
Kaum ein anderes Schweizer Unternehmen stand in den 50er und 60er Jahren für den schweizer Grafikdesign-Stil diese
Zeit. Geigy hatte mit seiner eigenen so genannten Propagandaabteilung – heute würde man Marketingabteilung sagen – einen wichtigen Beitrag für diesen sachlich und funktionalen Stil entwickelt.
In »Corporate Diversity« haben die Autoren die Entwicklung und die Arbeiten der unterschiedlichen Designer bei Geigy aber auch die Designabteilungen des Unternehmens in den USA und Großbritannien mit vielen Beispielen hervorragend vorgestellt und illustriert.Gezeigt werden Anzeigenkampagen, Produktbroschüren, Werbemittel, Verpackungen bis hin zu Werbefilmen. Die Verwendung von Matrialien, Prägungen und Stanzungen zieht sich neben der typografisch/grafischen Gestaltung immer wieder durch.
Corporate Diversity, also unterschiedliche Erscheinungsbilder der Produkte bzw. Medien für die Produkte ergab sich aus der Vieffältigkeit und Unterschiedlichkeit und trotzdem gab es so etwas wie einen hauseigenen Stil und Gemeinsamkeit im Design, was u.a. auch daran lag, dass viele junge Deigsner der Basler Hochschule bei Geigy als erste Stationarbeiteten und somit auch aus der gleichen Ausbildung kamen, geprägt u.a. durch die Ansätze von Armin Hofmann.
Wer etwas von Designgeschichte und Schweizer Grafik erfahren will, für den ist dieses Buch ein Muss. Es zeugt nicht nur viele Designs, sondern die Artikel verschiedener Autoren geben einen Einblick in die Zeit, in die Arbeitsweisen und die Auswirkungen dieser Zeit.
Weitere Abbildungen des Buches sowie eine englischsprachige Besprechung gibt es bei grain edit
Corporate Diversity – Schweizer Grafik und Werbung für Geigy 1940 –1970
Verlag Lars Müller Publishers
ISBN 9783037781616
Preis 39,90 Euro
Seiten 208
Kommentar schreiben 30. Juli 2010
Peter Reichard

Der Titel »Fixierte Gedanken« sagt zunächst nicht viel über den Inhalt aus, erst der Untertitel »Eine Kurzgeschichte der Schrift, des Alphabets und der Zahlen und Ziffern« bringt Licht ins Dunkel.
Veruschka Götz hat ihre Gedanken und viele Fakten in diesem kleinen, handlichen Büchlein zusammengepackt und teilt dem Leser zu den im Untertitel aufgeführten Themen in Form von drei Artikeln viel Wissenswertes mit.
Irritierend ist jedoch, dass die Abhandlung der Schriftentwicklung sehr sprunghaft von den venezianischen Renaissance-Schriften direkt zur Schwabacher und zur Fraktur übergeht und mit dem Verbot der angeblichen »Schwabacher Judenlettern« durch die Nazis 1941 endet. Kein Wort zu den großen französischen Antiqua-Schriften von Garamond. Nichts zu den Übergangsantiquas von Caslon und Baskerville, ebenso wenig zu den klassiztischen Antiqua-Schriften von Didot, Walbaum oder Bodoni. Und auch die Entwicklung der Egyptienne- und Grotesk-Schriften wird völlig ausgeblendet. Somit müsste dieser Artikel genau genommen heißen »Die Entwicklung des Alphabets: Eine lange Geschichte, verkürzt (statt kurz) erzählt«. Sicherlich haben sich die Grundformen der Schriften seit der Zeit Jensons, Manutius’ und Griffos nicht wesentlich geändert, aber die Ausformungen der späteren Epochen und vor allem den Wegfall der Serifen zu unterschlagen, passt nicht zum Anspruch, über die Entwicklung des Alphabets zu schreiben.
Ist man sich dieser Verkürzung bewusst, so ist »Fixierte Gedanken« eine gelungene Einführung in die Schrift-, Buchstaben- und Zifferngeschichte.
Eine weitere Besprechung gibt es auch bei MyFonts.de
Kommentar schreiben 29. Juli 2010
Peter Reichard

Echte Typografie zum Anfassen und Selbermachen, echte Typografinnen und Typografen, echte Buchstaben und echt Spaß! Im diesem Jahr werden die Tage der Typografie vom 5. bis 7. November unter dem Motto »ECHT« in der Akademie Druck + Medien NRW in Düsseldorf stattfinden.
Eröffnet wird die Veranstaltung mit zwei einführenden Vorträgen von Victor Malsy (Willich) und Alessio Leonardo (Berlin). Danach wird es die Möglichkeit geben, sich bei kleinen Häppchen über den richtigen Durchschuss, die schönsten Punzen, die anmutigsten Anstriche und die längsten Unterlängen auszutauschen und sich kennen zu lernen.
An Samstag und Sonntag finden parallel die Workshops statt, zu denen man sich ab jetzt anmelden kann!
Kreatives Basteln
Workshop mit Alessio Leonardi (Berlin)
Entdeckungsreise in die Welt des Typedesign
Workshop mit Veronika Burian (Prag)
Echt Garamond!?
Workshop von Tanja Huckenbeck und Peter Reichard (Offenbach)
Schrift-Bild: Die Hülle zur Musik
Workshop mit Stefan Claudius (Essen)
Die 12. Tage der Typografie richtet sich an Designstudenten, Grafikdesigner, Auszubildende, ambitionierte Schriftsetzer, Dozenten und Ausbilder sowie andere Interessenten aus den unterschiedlichen Bereichen der Druck- und Medienbranche.
Für überregionale Gäste hat die Akademie Druck + Medien NRW Zimmerkontingente in der Jugendherberge Düsseldorf reserviert. Für nähere Information oder Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Petra Kramer (kramer@vdmnrw.de, 0211/99900-37)
Kommentar schreiben 29. Juli 2010
Peter Reichard

Ab sofort kann man im Klingspor Museum Offenbach – und nur dort! – tüpo-Schlüsselanhänger kaufen, die auf der »Neuland« basieren. Diese Schrift wurde von Rudolf Koch, einem der bekanntesten Schriftdesigner der Gießerei Klingspor, 1923 entworfen. Besonders bekannt wurde sie durch die Verwendung für den Schriftzug des Film »Jurassic Park«.
Die Schlüsselanhänger sind 9 cm hoch, aus 5 mm starkem Wollfilz in rot- oder grünmeliert, ringsum vernäht und mit Öse und Schlüsselring versehen. Natürlich ist das komplette Alphabet erhältlich, nicht nur die abgebildeten Buchstaben!
Preis: 9,50 Euro pro Stück (inkl. MwSt.)
Mehr tüpo gibt es hier.
Kommentar schreiben 28. Juli 2010
Tanja Huckenbeck

Und es ist fast schon wieder ein Monat vergangen und der nächste Typostammtisch steht schon vor der Tür. Auch Sommerlöcher nehmen uns nicht die Lust an Typografie. Das bewies schon der Typostammtisch im Juli mit zwölf Besuchern. Am 3. August ab 20 Uhr findet der Typostammtisch in der Weinstube in Offenbach statt.
Neben neuen Büchern wollen wir einige neue Schriftprojekte vorstellen, z.B. die Costum-Schrift, die Lukas Schneider für Plus gestaltet hat. Bilder vom letzten Stammtisch gibt es übrigens in der Facebook-Gruppe zum Typostammtisch.
Kommentar schreiben 26. Juli 2010
Peter Reichard

Ein Kinderbuch aus dem Verlag Hermann Schmidt erklärt, wie ein Buch entsteht: von der Idee über Illustration, Satz und Herstellung bis zu Druck, Weiterverarbeitung und Distribution.
Die einzelnen Schritte werden durch repräsentative Personen (Die Autorin, Der Typograf etc.) vorgestellt und mit vielen Beispielen erläutert, wodurch die komplexe Thematik anschaulich und leicht verständlich wird.
Kindern wird der Vierfarbdruck erklärt, sie können verschiedene Papiere direkt im Buch erleben, lernen verschiedene Layoutraster, Schriftarten und Sprachstile kennen.
Dabei ist der Inhalt nicht oberflächlich, sondern sehr detailliert und wunderbar aufbereitet, so dass das Buch nicht nur für Kinder geeignet ist, sondern auch als Grundlagenbuch eingesetzt werden kann.
Besonderen Spaß macht – ebenfalls nicht nur Kindern – der Thermolack auf dem Einband sowie der aufgeschnittene Buchdeckel, der einen Einblick auf die gehefteten Bögen gibt.
Dieses Buch gehört in jeden Schulunterricht!
Verlag: Verlag Hermann Schmidt Mainz
Preis: 29,80 Euro
ISBN: ISBN 978-3-87439-764-3
2 Kommentare 19. Juli 2010
Tanja Huckenbeck

Der Typostammtisch im Juli (13.7.2010) diesmal wieder mit neuen Buchveröffentlichungen wie »Schönste Schweizer Bücher 2010«, »Grafik und Gestaltung« aus dem Galileo Verlag, »Fixierte Gedanken« von Veruschka Götz, mit einem Bericht vom Vortrag von Mahendra Patel im Gutenbergmuseum, dem aktuellen Stand der Ausstellung »Schrift in Form« im Klingspormuseum (im September), den Tagen der Typografie, etwas tüpo und noch vielem mehr …
Wie immer in der weinstube in Offenbach ab 20 Uhr.
2 Kommentare 12. Juli 2010
Peter Reichard

Die Orientierung an unbekannten Orten funktioniert in aller Regel über Schilder. Doch wie müssen sie aussehen, damit sie wirklich weiterhelfen und die Verwirrung nicht vergrößern?
Mit Leitsystemen (oder Wayfinding) und Lesbarkeit beschäftigt sich das TypoJournal von typografie.info in seiner 2. Ausgabe. Auf 96 Seiten im Format A4 geht es um die Definition von Lesbarkeit im Allgemeinen, eine Zusammenstellung von Beschilderungssystemen in Berlin, das Projekt »Legible London«, Schriftarten auf europäischen Verkehrsschildern, aber auch allgemeine typografische Themen wie die Entwicklung von optischen Größen, die Vorstellung der Schriften Wayfinding Sans und Malabar oder eine Untersuchung über die Bedeutung von Wortbildern.
Inhaltlich ist es also ein großes Themenspektum, das im TypoJournal zum Schwerpunkt Leitsysteme abgedeckt wird. Das Layout ist sehr aufgeräumt und übersichtlich und wird durch viele Grafiken und oft eindrucksvolle Fotos unterstützt. Alle Artikel sind online diskutierbar, der Link ist jeweils angegeben.
Was mich irritiert hat ist, dass einige Artikel im Gegensatz zu anderen nicht namentlich gekennzeichnet sind und so unklar bleibt, wer der Autor ist. Der Artikel zum Leit- und Orientierungssystem der Messe Stuttgart liest sich wie eine nicht weiter durch die Redaktion bearbeitete und ebenfalls nicht namentlich gekennzeichnete Pressemitteilung, was ich eher problematisch finde.
Die Wayfinding Sans ist ein interessanter Ansatz für eine neue Verkehrsschilder-Schrift – allerdings macht es in diesem Zusammenhang wenig Sinn, sie zum Teil mit der Helvetica zu vergleichen, da wäre ein durchgehender Vergleich mit der DIN hilfreicher gewesen.
Von diese Punkten abgesehen ist das TypoJournal ein interessantes Magazin zu typografischen Themen, und die derzeitige Ausgabe macht Lust auf die nächste.
Das TypoJournal ist hier für 8,50 Euro + Versandkosten erhältlich.
2 Kommentare 11. Juli 2010
Tanja Huckenbeck
Nach 2006 konnten wir Alessio Leonardi erneut für einen Workshop auf den Tagen der Typografie gewinnen:
Müde immer vorm Rechner zu hocken? Dann einfach aufstehen und mitmachen! Wir wollen sehen, wie man Plakate (fast) ohne elektronische Hilfe realisieren kann. Mit den zur Verfügung stehenden Materialien basteln wir zusammen 2d- und 3d- Buchstaben, komische Illustrationen, Formen und Hintergründe. Dabei helfen unsere Händen, die Augen, wir verkleben uns, stinken nach Farben und werden ganz glücklich.
Kommentar schreiben 9. Juli 2010
Peter Reichard
Dieser Workshop mit Veronika Burian wird sich ganz dem Typedesign widmen:
Schriften zeichnen macht Spaß. Dieser Workshop soll Freude am Gestalten vermitteln und bietet eine Einführung in die Grundzüge des Type Designs für AnfängerInnen. Durch Experimentieren mit strukturellen Elementen, wie z.B. Strichbreite, Kontrast, Verbindungen, Dickte (Buchstabenbreite) und Kurvendefinition, werden die Grundlagen ein Alphabet zu skizzieren erlernt. In Form einer offenen Werkstatt werden auch speziellere Themen, für Fortgeschrittene, der Gestaltung und Umsetzung, wie z.B. Diakritische Zeichen, Codierung, Gewichte und Schriftfamilien in Fontlab angesprochen.
Ein Computer (mit Fontlab installiert, die Demo-Version reicht) ist nicht zwingend nötig, aber Materialien, wie Transparentpapier, Bleistifte und schwarze Filzstifte in verschiedenen Dicken, sind bitte mitzubringen.
Kommentar schreiben 8. Juli 2010
Peter Reichard
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